Buchprojekt

Ein Buchprojekt ist eine längerfristige Sache. Sie hört nicht nach einer Geschichte auf und am Ende darf der Leser den roten Faden nicht vollständig verloren haben. Und dann wäre da noch die Frage, auf welchem Weg das Buch den Leser erreicht. Als eine der Autorinnen am Buch „Wie hast du das gemacht?“, bekam ich bereits einen kleinen Einblick in das Procedere.
Hier nehme ich dich mit auf die Reise, wenn ich einem Thema, einer oder mehreren Figuren, mehr als nur eine Geschichte widmen möchte.

Aktuelles Projekt

Es gibt da ein kleines Mädchen, Mariechen genannt, die die Welt um sie herum aus ihrer ganz eigenen Sicht erlebt. Aus diesen kleinen Erlebnissen und Momenten werden kurze Geschichten. Diese Geschichten spielen in einer Zeit, in der Handy und Computer unseren Alltag noch nicht bestimmten. Und doch denke ich, sind sie auch heute noch gültig, denn es geht um Menschen, wie sie sind und reden.

Zurzeit schreibe ich noch an den Geschichten. Sie füllen noch kein Buch. Aber es wird die Zeit kommen, wo ich auch hier mal eine kleine Leseprobe einstellen werde.

Und dann geht es um den Weg, den das Buch nehmen wird. Aber auch vorab wird es immer mal wieder sogenannte Wasserstandsmeldungen geben.

Heute ist der 07.01.2021 und der passende Moment für eine „Wasserstandsmeldung“.  Die Geschichten vermehrten sich langsam. Zwischendurch machte Mariechen auch immer mal Pause. Doch dieses Jahr ist das Jahr, wo aus den Geschichten ein Buch werden wird. Und hier folgt eine klitzkleine Episode mitten heraus gegriffen.

Der braune Tontopf

Mariechen lugte um die Ecke in die Küche hinein. Oma stand am Herd und rührte mit dem Kochlöffel im großen Bottich. Nebelschwaden stiegen an die Decke, schlugen sich auf dem Fenster nieder. Es roch warm und muffig. Kochwäschezeit. Mariechen wäre am liebsten wie ein Hampelmann auf und ab getanzt. Ging aber nicht, hätte Oma bemerkt.

Leise schlich sie zurück ins Wohnzimmer. An der Schlafzimmertür lauschte sie nochmal. Klong, klong, dumpf schlug der Kochlöffel an die Bottichwand. Jetzt könnte sie es wagen. Sie drückte die Klinke hinunter, schob die Tür einen Spalt breit auf. Nur so viel, dass sie hindurchpasste. Kurz spürte man einen kalten Luftzug im Wohnzimmer. Auf Zehenspitzen durchquerte sie das Schlafzimmer, immer darauf achtend nicht auf die losen Dielen zu treten.

Da stand er, der riesige braune Tontopf. Er ging ihr fast bis an die Schulter, verschlossen mit einem schweren Deckel. Sie schaute sich um. Ein Stapel noch zu bügelnde Bettwäsche lag auf dem Stuhl unterm Fenster. Sie atmete tief durch und hob mit beiden Händen den Deckel vom Tontopf. Fast wäre er ihr heruntergefallen. Doch dann sank er sanft in den Wäschestapel ein.

Als sie sich wieder umdrehte stieg ihr der Duft bereits in die Nase, warm, süß, ein wenig nach Zimt und Vanille. Sie schnupperte. Ein ganzer Topf voll und sie musste sie mit keinem teilen. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und langte mit beiden Händen in den Topf. Die frisch gebackenen Plätzchen steckte sie rechts und links in ihre Kittelschürze bis nichts mehr hineinpasste. Dann verschloss sie den Tontopf wieder.

So leise, wie sie gekommen war, schlich sie wieder ins Wohnzimmer und krabbelte unter den großen Esstisch. Gerade noch rechtzeitig bevor Oma ins Wohnzimmer kam.

Ich war Co – Autorin bei „Wie hast du das gemacht?“

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